Chronologie
Was bisher passiert ist – von der Gründung des Vereins bis zu den aktuellen Beschlüssen.
Gründung von Schützt das Remstal e.V.
Schützt das Remstal e.V. wurde im November 2016 gegründet. Der Verein setzt sich für den Schutz, die Pflege und die Entwicklung von Landschaften und Naturräumen im Remstal und angrenzenden Regionen ein.
Start der regionalen Windenergieplanung
Der Verband Region Stuttgart eröffnete das Beteiligungsverfahren zur Teilfortschreibung des Regionalplans für Windenergie.
Hintergrund ist der gesetzliche Auftrag, Vorranggebiete für Windkraftanlagen im Umfang von 1,8 Prozent der Regionsfläche auszuweisen. Solche Vorranggebiete sind Flächen, die grundsätzlich für Windenergie vorgesehen werden können.
Die öffentliche Beteiligung lief vom 2. November 2023 bis zum 2. Februar 2024.
Prüfung und Anpassung der Flächen
Im Zuge der weiteren Planung wurden Flächen bewertet, angepasst und ergänzt.
Für RM-26 wurde in Unterlagen des Verbands Region Stuttgart beschrieben, dass eine Vergrößerung des geplanten Vorranggebiets auf Anregung der Gemeinde Remshalden erfolgte.
In den Unterlagen wird außerdem festgehalten, dass das ursprüngliche Gebiet WN-26, jetzt RM-26, zuvor deutlich verkleinert worden war. Die Wirtschaftlichkeit der Windkraftnutzung an diesem Standort sei mit der kleineren Flächenkulisse aufgrund der geringen Größe fraglich gewesen.
Aus Sicht von Schützt das Remstal e.V. ist dieser Punkt wichtig: Schon in der Planung wird deutlich, dass RM-26 kein einfacher oder besonders eindeutiger Standort ist. Genau deshalb müssen Wirtschaftlichkeit, Eingriffe und Folgen besonders sorgfältig geprüft werden.
4. Mai 2026
Grundsatzbeschlüsse in Berglen und Remshalden
Die Gemeinderäte von Berglen und Remshalden fassten Grundsatzbeschlüsse zur Bereitstellung kommunaler Waldflächen im Gebiet Buocher Berg-Oberholz.
Die Gemeinden erklärten sich damit grundsätzlich offen für konkrete Windenergieplanungen innerhalb von RM-26. Nach Angaben der Gemeinden bieten die Flächen Platz für bis zu zwei moderne Windkraftanlagen.
Wichtig ist: Diese Grundsatzbeschlüsse sind noch keine Baufreigabe. Sie bedeuten auch noch keine endgültige Verpachtung der Flächen. Entscheidend wird sein, ob kommunale Flächen tatsächlich verpachtet werden, an wen sie verpachtet werden und unter welchen Bedingungen dies geschieht.
Gemeinsame Informationsveranstaltung
Am 12. Juni 2026 besuchten rund 180 Bürgerinnen und Bürger aus Remshalden und Berglen die gemeinsame Informationsveranstaltung der beiden Gemeinden zu möglichen Windenergieplanungen im Bereich Buocher Berg-Oberholz.
Am 13. Juni 2026 wurden an sechs Visualisierungsstationen entlang des Buocher Bergs mögliche Wirkungen der geplanten Windkraftanlagen im Landschaftsbild gezeigt.
Diese Termine machten deutlich, dass das Thema viele Menschen in der Region bewegt. Für viele Bürgerinnen und Bürger geht es nicht nur um technische Planungen, sondern um konkrete Fragen zu Landschaft, Naherholung, Wohnumfeld und Lebensqualität.
Waldspaziergang zwischen Hößlinswart und Buoch
Im Juni 2026 wurde das geplante Windenergieprojekt auch bei einem Waldspaziergang zwischen Hößlinswart und Buoch diskutiert. Der Zeitungsverlag Waiblingen berichtete darüber am 19. Juni 2026 unter der Überschrift „Windräder: Gegenwind frischt auf“.
Im Mittelpunkt standen Fragen, die viele Menschen vor Ort beschäftigen: mögliche Wertverluste von Immobilien, Schall, Flächenverbrauch, Wirtschaftlichkeit, Naherholung und das weitere Vorgehen.
Auch mögliche nächtliche Drosselungen, die Finanzierung der Anlagen und die Frage, ob der Standort wirtschaftlich und landschaftlich vertretbar ist, wurden in diesem Zusammenhang öffentlich diskutiert.
Beschlüsse und Verfahren
Der Regionalplan legt Vorranggebiete fest. Er ersetzt aber nicht die späteren Entscheidungen über ein konkretes Projekt.
Für ein Windenergieprojekt in RM-26 wären weitere Schritte erforderlich: mögliche Pachtverträge, konkrete Projektplanung, Fachgutachten, Genehmigungsverfahren und behördliche Prüfungen.
Aus Sicht von Schützt das Remstal e.V. darf über Pachtverträge erst entschieden werden, wenn die wesentlichen Fragen transparent beantwortet sind. Dazu gehören insbesondere:
- Schall und mögliche nächtliche Drosselungen
- Flächenverbrauch im Forst
- Wirtschaftlichkeit des Standorts
- Naherholung und Landschaftsbild
- mögliche Folgen für die umliegenden Orte
- Artenschutz, Wasser und Boden
- Rückbau, Haftung und Kosten
- Bürgerbeteiligung und nachvollziehbare Information
- Immobilienwerte
Viele dieser Fragen sind bereits jetzt sehr konkret. Es geht nicht um abstrakte Bedenken, sondern um mögliche Auswirkungen auf die Menschen, die Landschaft und den Naturraum vor Ort.
Deshalb fordert Schützt das Remstal e.V.: Erst vollständige Transparenz, dann Entscheidungen über kommunale Flächen.
Die Gemeinden wollen Konzepte von Projektinteressenten prüfen und Verhandlungen zu Pachtkonditionen führen. Solange dies aussteht, können Bürgerinnen und Bürger Einfluss nehmen.
